Surround-Sound bei Headsets: Wie entsteht er?

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Bis vor wenigen Jahren waren Headsets in der Lage, ausschließlich Stereoklang auszugeben. Dank dem Fortschritt der Technik simulieren sie heute Surround-Sound und verwöhnen Deine Ohren mit einem Klang, den Du von Deinem Mehrkanal-Soundsystem im Wohnzimmer kennst. Wie aber funktioniert Surround-Sound bei einem Produkt, welches nur über zwei Ohrhörer verfügt?

Was ist unter Mehrkanalton zu verstehen?

Surround-Sound kennst Du mit Sicherheit von Deinem Mehrkanal-Lautsprechersystem im Wohnzimmer: Es besteht im Regelfall aus fünf Lautsprechern sowie einem Subwoofer (5.1); diese werden so um den Zuschauer positioniert, dass die Töne aus unterschiedlichen Richtungen kommen.

Das Set-up für ein 5.1-System sieht wie folgt aus:

  • zwei Front-Lautsprecher rechts und links
  • ein Center-Lautsprecher in der Mitte
  • ein Subwoofer möglichst mittig
  • zwei Lautsprecher hinten

Natürlich ist dieser Aufbau bei einem Gaming-Headset nicht möglich. Dort kommt sogenannter virtueller Surround-Sound zum Einsatz.

Wie Menschen räumlich hören

Bevor wir über virtuellen Surround-Sound reden, muss geklärt werden, wie wir überhaupt räumlich hören. Menschen haben im Regelfall zwei Ohren, deren akustische Barriere (der Kopf) sich in der Mitte befindet. Um akustische Ereignisse zu lokalisieren, orientieren wir uns an zwei Indizien:

1. Laufzeitdifferenz: Wann der Schall am Ohr auftrifft.
2. Intensitätsdifferenz: Wie unterschiedlich der Schalldruckpegel ist.

Die Lokalisierung eines Klangs und seiner Herkunft funktioniert nur, wenn es aus einem größeren Abstand kommt.

Wenn Du Kopfhörer verwendest, tritt die Reizwahrnehmung im Kopf auf – sie kommt also nicht durch die Luft zu Dir. Und: Dreidimensionales Hören erfordert immer eine Kopfbewegung, die auf allen drei Achsen (X, Y, Z) stattfindet; bei Kopfhörern ist das natürlich nicht möglich – deshalb greifen die Hersteller zu einem Trick.

Virtueller Surround-Sound in Headsets

Seit geraumer Zeit sind Mehrkanalton-Headsets für Gamer erhältlich, die diesen Klang simulieren. Früher gab es durchaus Headsets mit mehreren Treibern, jedoch war deren Klangqualität nicht sonderlich gut. Außerdem kam der Mehrkanalton nicht so zur Geltung, wie man ihn in seinem Wohnzimmer genießt. Der Grund: das fehlende Raumangebot.

Aus diesem Grund mussten sich Hersteller von Headsets eine Alternative ausdenken: Sie kamen auf die Idee, Surround-Sound zu simulieren. In jeder Ohrmuschel steckt wie bei Stereo-Headsets ein Treiber. Der Mehrkanalton entsteht mithilfe einer speziellen Software, die ihn simuliert.

Die Software arbeitet im Grunde mit Phasenverschiebungen; sie ändert das Frequenzspektrum und manipuliert die Laufzeit und Pegel. Die Simulation von Surround-Sound funktioniert in der Praxis sehr gut und wird in einigen Spielen sogar automatisch unterstützt; bei diesen Games brauchst Du nicht einmal ein Surround-Headset, um den Mehrkanalton zu genießen.

Bei der Surround-Simulation werden je nach Headset sechs (5.1) oder acht (7.1) Kanäle analysiert und in ein passendes Stereosignal konvertiert. Das Resultat ist der Eindruck, dass man Surround-Sound hört.

Welche Vorteile Surround-Sound mit sich bringt

Der Vorteil des Mehrkanaltons liegt darin, dass die Räumlichkeit des Klangs dem Spieler eine reeller wirkende Kulisse vermittelt. Spiele wirken dadurch nicht nur echter, Du profitierst in Multiplayer-Spielen dadurch, dass Du Deine Gegner früher hörst und ihre Richtung orten kannst. In Counter-Strike und anderen Games, wo jede Millisekunde über Leben oder Tod entscheidet, erhältst Du einen wichtigen Vorteil, der Deinem Team zum Sieg verhelfen kann.

Surround-Sound-Gaming-Headsets kannst Du übrigens nur über USB anschließen. Die Produkte besitzen alle eine externe Soundkarte, die für die Simulation des Mehrkanaltons verantwortlich ist – die Soundkarte in Deinem PC könnte diese Aufgabe nicht ohne Weiteres übernehmen.

Haben Surround-Headsets Nachteile?

Trotz der zahlreichen Vorteile dieser Mehrkanal-Headsets sollte ihr Einsatz nicht zur Norm werden. Der virtuelle Sound täuscht das Gehirn mithilfe von verzerrten Klängen, damit es einen Surround-Sound wahrnimmt. Wenn Du solche Headsets zu häufig verwendest, könntest Du echten Mehrkanalton irgendwann nicht mehr richtig wahrnehmen.

Echte Alternativen gibt es nicht, es sei denn, Du zockst Deine Spiele mit einem 5.1-Lautsprechersystem oder Du wechselst regelmäßig zwischen einem Stereo- und Surround-Sound-Headset.

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